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Ist das Reich Gottes in uns?

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Viele Menschen glauben, dass Jesus Christus uns lehrte, das Reich Gottes existiere nur in den Gedanken und Herzen der Gläubigen. Sie beziehen sich dabei auf den früheren Wortlaut der Bibelstelle in Lukas 17, Verse 20-21. Ursprünglich hatte Luther den letzten Teil dieses Abschnitts mit „das Reich Gottes ist inwendig in euch“ übersetzt. Diese Übersetzung ist die Grundlage für die Sichtweise, dass Gottes Reich in uns existieren kann.

Zwischenzeitlich weiß man, dass das griechische Wort entos, das Luther mit „in uns“ übersetzte, zutreffender mit „mitten“ bzw. „inmitten“ übersetzt wird. Dieses bessere Verständnis spiegelt sich in dem Wortlaut der Lutherbibel von 1984 wider, wo es heißt: „Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man’s beobachten kann; man wird auch nicht sagen: Siehe, hier ist es! oder: Da ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch“ (Lukas 17,20-21).

Zusätzlich zu der Frage nach der richtigen Übersetzung gibt es jedoch einen anderen Grund für diese unkorrekte Auslegung. Jesus Christus konnte den Pharisäern unmöglich gesagt haben, dass das Reich Gottes etwas sei, das in deren Gedanken und Herzen existiere, denn schließlich wollten sie ihn ja umbringen (Matthäus 12,14; Markus 3,6). Sie konnten und wollten ihn nicht als Vertreter dieses Reiches Gottes sehen.

Auf eine Art unterstrich Jesus diese Tatsache, indem er sich mit der Feststellung auf sich selbst bezog: „Das Reich Gottes ist mitten unter euch.“ Die geistlich blinden Pharisäer erkannten Jesus als göttlichen Vertreter dieses Reiches nicht an.

Statt den Pharisäern zu sagen, dass das Reich Gottes in ihren Herzen sei, warnte Jesus sie vor ihrer geistlichen Blindheit, so dass sie das Reich, das er verkörperte, nicht erkennen konnten.

Aus dem besagten Abschnitt geht keinesfalls hervor, dass das Reich Gottes in den Herzen der Menschen existiert.