Frühe Theologen zur Vergöttlichung

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Das biblische Konzept der Vergöttlichung – das Erlangen der Göttlichkeit durch die Verwandlung von Fleisch und Blut in Geist – wird vom heutigen Christentum allgemein ignoriert. Doch manche frühe Theologen der traditionellen Christenheit haben es zumindest ansatzweise verstanden. Ihre Schriften enthalten zwar Aussagen, die nicht bibelkonform sind, aber die nachfolgenden Zitate aus den ersten Jahrhunderten nach der Abfassung des Neuen Testaments zeugen von ihrem richtigen Verständnis dieser Lehre.

Justin der Märtyrer (ca. 100-165):„Es ist durch den Psalm [82] bewiesen, dass die Menschen gewürdigt worden sind, Götter zu werden, dass sie alle durch ihre Würde Söhne des Höchsten haben werden können“ (Dialogus cum Tryphone, 124).

„Zur seligen Unsterblichkeit aber gelangen nach unserer Lehre nur die, welche in heiligem und tugendhaftem Leben Gott nahekommen“ (Erste Apologie, 21).

Theophilus von Antiochien (ca. 163- 182): „Wenn er [der Mensch] durch die Beobachtung des göttlichen Gebotes der Unsterblichkeit sich zuwendete, die Unsterblichkeit als Lohn von Gott empfing und ein Gott würde“ (Ad Autolycum, II, 27).

Irenäus (ca. 130-200): „Wir werfen ihm nämlich vor, dass wir nicht von Anfang an Götter geworden sind, sondern zunächst Menschen und dann erst Götter. Ist doch Gott in seiner einzigartigen Güte, damit niemand ihn für neidisch oder geizig halte, so weit gegangen, dass er spricht: ,Ich habe gesagt: Götter seid ihr und Söhne des Höchsten allesamt‘ [Psalm 82,6]“ (Contra Haereses, IV, 38).

„Wie will der also Gott werden, der noch nicht einmal Mensch geworden ist? Wie will vollkommen werden, der eben erst gemacht ist, unsterblich, der in seiner sterblichen Natur dem Schöpfer nicht gehorcht? Er muss doch zuerst die Ordnung im Menschen bewahren, bevor er teil - nehmen kann an der Herrlichkeit Gottes“ (Contra Haereses, IV, 39).

„Auch haben wir nachgewiesen, dass niemand anders von den Schriften Gott genannt werde als der Vater aller und der Sohn und die, welche an Kindesstatt angenommen sind“ (Contra Haereses, III, Vorwort).

Clemens von Alexandrien (ca. 150- 215): „Ja fürwahr, sage ich, der göttliche Logos, der Mensch wurde, damit du in der Tat auch durch einen Menschen erfahrest, wie denn ein Mensch Gott werden kann“ (Protreptikos, I, 8.4).

„Jener Mensch aber, in dem der Logos wohnt . . ., ist die wahre Schönheit; denn auch Gott ist diese; zu Gott wird aber jener Mensch, weil er will, was Gott will. Richtig sagte also [der griechische Dichter] Herakleitos: ,Menschen sind Götter, Götter sind Menschen‘ “ (Paidagogos, III, 1).

„Diese Erkenntnis führt uns zu dem vollkommenen Ende, das selbst ohne Ende ist, und lehrt uns im Voraus das Leben kennen, das wir nach Gottes Willen in Gemeinschaft mit Göttern haben werden . . . Nach dieser Befreiung werden die Auszeichnungen und die Ehren den Vollendeten gegeben . . . Sodann erwartet sie, wenn sie ,reinen Herzens‘ geworden sind, die ersehnte Versetzung in das ewige Schauen in der Nähe des Herrn. Und sie tragen den Namen Götter, da sie mit den übrigen Göttern, die zunächst nach dem Heiland ihren Platz erhalten haben, auf den gleichen Thronen sitzen werden“ (Stromateis, VII, 10).

Tertullian (ca. 160-230): „Die Annahme eines andern Gottes ist gar nicht möglich, da niemand etwas haben kann, was Gott zugehört. Also, wendet man nun ein, dann haben wir auch nichts von Gott? O doch, wir haben dergleichen und werden es haben, aber von ihm, nicht aus uns selbst. Wir werden sogar Götter sein, wenn wir würdig werden, diejenigen zu sein, von denen es heißt: ,Ich habe es gesagt, Götter seid ihr‘ [Psalm 82,6] und: ,Es stand Gott in der Mitte der Götter‘ [Vers 1], jedoch nur infolge seiner Gnade, nicht unseres eigenen Besitzes. Denn er ist es allein, der Götter macht“ (Gegen Hergomenes, 5).

Hippolytus (ca. 170-236): „Du wirst einen unsterblichen Leib und zugleich eine unzerstörbare Seele haben und wirst das Himmelreich erwerben, der du in deinem Erdenleben den himmlischen König kennengelernt hast; du wirst ein Vertrauter Gottes und Miterbe Christi, der nicht mehr Begierlichkeiten, Leidenschaften und Krankheiten unterworfen ist. Du wirst Gott . . . Dies hat Gott dir zu gewähren versprochen, wenn du vergöttlicht, unsterblich geworden bist . . . Wenn du seinen erhabenen Vorschriften folgst und des Guten guter Nacheiferer wirst, so wirst du ihm ähnlich und von ihm geehrt. Gott, der auch dich zu seiner eigenen Ehre zum Gott gemacht hat, ist kein Bettler“ (Widerlegung aller Häresien, X, 30).

Origenes (ca. 185-255): „Da ,der Gott‘ Selbstgott ist, weswegen auch der Heiland im Gebet an den Vater sagt: ,Damit sie dich als allein wahren Gott erkennen‘, [dass] aber alles, was außer dem Selbstgott durch Teilhabe an seiner Gottheit Gott geworden ist, im eigentlicheren Sinne nicht ,der Gott‘, sondern ,Gott‘ genannt werden sollte, wobei ganz und gar der ,Erstgeborene aller Schöpfung‘ ehrwürdiger ist und den übrigen Göttern außer ihm – deren Gott der Gott ist, nach dem Wort: ,Der Gott der Götter, der Herr, sprach und rief die Erde‘ [Psalm 49,1] – hilft, Götter zu werden, weil er ja als erster durch das Bei-Gott-Sein [das Gott-Sein] von der Gottheit in sich selbst zog, aus Gott schöpfend, um sie zu vergöttlichen, neidlos auch jenen nach seiner eigenen Güte mitteilend. Wahrer Gott ist nun ,der Gott‘, die aber nach jenem geformten Götter sind wie Abbilder des Prototyps“ (Johanneskommentar, II, 2).

Athanasius (ca. 293-373): „Denn er wurde Mensch, damit wir vergöttlicht würden“ (De incarnatione Verbi, 54).

„Er [Christus] ist also nicht, da er Mensch war, später Gott geworden, sondern da er Gott war, später Mensch geworden, um vielmehr uns zu Göttern zu machen“ (Orationes contra Arianos, I, 39).

Augustinus (ca. 354-430): „Er, der rechtfertigt, vergöttlicht selbst, denn durch die Rechtfertigung schafft er Söhne Gottes. ,Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden‘ [Johannes 1,12]. Sind wir Söhne Gottes geworden, so sind wir auch Götter geworden“ (Über die Psalmen, L, 2).