Verkündigung des Wortes, Vorbereitung eines Volkes

Die Lehren und Praktiken der ersten Christen

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Die Lehren und Praktiken der ersten Christen

In der Apostelgeschichte lesen wir einen Augenzeugenbericht über die Entwicklung der Kirche in den ersten drei Jahrzehnten ihrer Existenz. Das zweite Kapitel beschreibt den Gründungstag der neutestamentlichen Gemeinde.

Viele Bibelleser kennen die wunderbaren Ereignisse jenes Tages – die Versammlung der Nachfolger Christi an einem Ort, als das Rauschen eines gewaltigen Windes wahrgenommen wurde und sich Feuerzungen auf die Anwesenden setzten. Ein weiteres dramatisches Wunder fand statt, als diese Menschen, jetzt vom Geist Gottes erfüllt, in den Sprachen der in Jerusalem versammelten Juden zu sprechen begannen, damit diese sie verstehen konnten.

Gelegentlich gerät der Tag selbst, an dem diese Ereignisse stattfanden, in Vergessenheit – Pfingsten (Apostelgeschichte 2,1), das eines der Feste war, die Gott viele Jahrhunderte zuvor seinem Volk Israel zu halten geboten hatte (3. Mose 23). Bei der Verkündigung dieser Feste hatte Gott gesagt: „Dies sind die Feste des Herrn, die ihr ausrufen sollt als heilige Versammlungen; dies sind meine Feste … die ihr ausrufen sollt als heilige Versammlungen an ihren Tagen“ (Verse 2, 4; alle Hervorhebungen durch uns). Gott sagte seinem Volk, dass die Feste „eine ewige Ordnung“ sind, auch bei den „Nachkommen“ der Israeliten (Verse 14, 21, 31 und 41).

Die Evangelien zeigen uns, dass Jesus die gleichen Feste hielt (Matthäus 26,17-19; Johannes 7,10-14. 37-38). Sowohl die Apostelgeschichte als auch die Paulusbriefe berichten, dass die Apostel diese Feste in den Jahrzehnten nach dem Tode Christi hielten. Die meisten Kirchen heute vertreten jedoch die Auffassung, dass diese Feste „ans Kreuz genagelt wurden“, d. h., dass sie durch den Tod Jesu Christi annulliert wurden. Doch der unverkennbare Bericht der Bibel ist, dass die frühe Kirche sie nach wie vor hielt, aber mit einem tieferen Verständnis ihrer geistlichen Bedeutung.

Der Apostel Paulus legte der Gemeinde zu Korinth nahe – einer gemischten Gruppe von Heiden- und Judenchristen –, eines dieser von Gott gegebenen Feste zu halten: „Darum lasst uns das Fest feiern nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern im ungesäuerten Teig der Lauterkeit und Wahrheit“ (1. Korinther 5,8). Welches religiöse Fest meinte Paulus? Es war das Fest der Ungesäuerten Brote. Er erklärte ihnen auch die Bedeutung des Passahs (Vers 7) und gab ihnen Anweisungen darüber, wie man diese Zeremonie in der richtigen Weise begehen soll (1. Korinther 11,23-28).

Da Jesus, die Apostel und die ersten Christen diese Feste hielten und sie eine tiefe geistliche Bedeutung haben, ist es schon merkwürdig, dass die heutigen Kirchen sie weitgehend ignorieren, zumal Paulus die Feste in einen direkten Bezug zu Jesus und seinem Opfertod setzt (1. Korinther 5,7).

Die Evangelien und die Apostelgeschichte sind gleichermaßen eindeutig in dem Bericht, dass Christus, die Apostel und die ersten Christen den wöchentlichen Ruhetag von Freitagabend bis Samstagabend als siebten Tag der Woche hielten (Markus 6,2; Lukas 4,16. 31; 13,10; Apostelgeschichte 13,14-44; 18,4). Nach seinen eigenen Worten war Jesus sogar „ein Herr auch über den Sabbat“ (Markus 2,28).

Im Gegensatz zur Lehre derjenigen, die meinen, Paulus hätte den Sabbat verworfen, war es auch seine Gewohnheit, jeden Sabbat in die Synagoge zu gehen und dort die Gelegenheit zu nutzen, über Jesus Christus zu predigen (Apostelgeschichte 17,1-3). Der wöchentliche Ruhetag ist ein weiteres der Feste Gottes. Eigentlich steht er an erster Stelle in der Auflistung der biblischen Feste (3. Mose 23,1-4) und ist Teil der Zehn Gebote (2. Mose 20,8-11; 5. Mose 5,12-15). Der Sabbat wurde jedoch bereits lange vor Sinai geschaffen (1. Mose 2,2-3), und dessen Einhaltung wurde vor der Verkündung der Zehn Gebote bestätigt (2. Mose 16,23-30).

Wie bei den anderen Festen Gottes wird auch der Sabbat von der überwiegenden Mehrheit der heutigen Kirchen ignoriert. Statt Gottes Sabbat halten die meisten Kirchen den ersten Tag der Woche – Sonntag –, der nirgends in der Bibel als Tag der Anbetung und Versammlung vorgeschrieben wird. Wenn wir schon einen Tag in der Woche als Tag der Ruhe und Anbetung Gottes halten wollen, sollte es dann nicht der gleiche Tag sein, den Jesus, seine Apostel und die ersten Christen hielten?

Wir stellen auch andere Unterschiede in der Lehre fest. Viele Kirchen lehren, dass der Gehorsam gegenüber dem Gesetz Gottes nicht mehr notwendig ist, dass Jesus das Gesetz für uns hielt oder dass es bei seinem Tod „ans Kreuz genagelt“ wurde. Diese Ideen widersprechen Jesu eigenen Worten (Matthäus 4,4; 5,17-19) und der Lehre und Handlungsweise der Apostel (Apostelgeschichte 24,14; Römer 7,12-22; 1. Korinther 7,19; 2. Timotheus 3,15-17).

Dem Beispiel Jesu folgend verkündeten die Apostel kraftvoll seine Rückkehr zur Erde, um das Reich Gottes aufzurichten (Lukas 4,43; 8,1; 21,27. 31; Apostelgeschichte 1,3; 8,12; 14,22; 19,8; 28,23. 31). Aber Paulus musste schon zu seinen Lebzeiten vor denjenigen warnen, die ein anderes Evangelium predigten (Galater 1,6). Auch heute gibt es viel Verwirrung über den Inhalt des Evangeliums. Die meisten sehen es als Botschaft über Christi Geburt, Leben und Tod, jedoch predigen sie nicht das Evangelium vom Reich Gottes, das Jesus selbst predigte (Markus 1,14-15).

Ein weiteres Beispiel ist die Tatsache, dass Jesus und die Apostel nie lehrten, die Gerechten würden beim Tod in den Himmel fahren (Johannes 3,13; Apostelgeschichte 2,29. 34). Sie verstanden, dass der Mensch keine unsterbliche Seele hat (Hesekiel 18,4. 20; Matthäus 10,28). Darüber hinaus werden nirgends in der Bibel die beliebten religiösen Feiertage unserer Zeit wie Weihnachten, Ostern und die Fastenzeit erwähnt, geschweige denn geboten. Jesus, die Apostel und die ersten Christen kannten diese Bräuche nicht.

Damit weisen wir auf einige der Hauptunterschiede zwischen dem heutigen Christentum und dem Christentum zur Zeit Jesu und der Apostel des Neuen Testamentes hin. Wollen wir zu den wahren Nachfolgern Jesu gezählt werden, sind wir deshalb gut beraten, unseren eigenen Glauben zu untersuchen, um festzustellen, ob er von den nichtbiblischen Lehren des heutigen Christentums beeinflusst worden ist!