Verkündigung des Wortes, Vorbereitung eines Volkes

Der zweite Reiter der Apokalypse: Das rote Pferd: Krieg

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Der zweite Reiter der Apokalypse

Das rote Pferd: Krieg

Als der amerikanische Präsident Ronald Reagan Mitte der 1980er Jahre das Wettrüsten mit der Sowjetunion ankurbelte, dachte er über das Potenzial eines alles vernichtenden Krieges laut nach: „Ich schlage die antiken Propheten des Alten Testamentes nach und lese auch die Zeichen, die Harmagedon vorhersagen, und ich frage mich, ob nicht unsere Generation die Erfüllung [dieser Prophezeiungen] erleben wird. Schon in früheren Zeiten meinte man, das Ende der Welt würde bevorstehen, aber noch nie war die Lage so, wie sie heute ist.“

Diejenigen, die den ersten Weltkrieg erlebten, dachten ähnlich. Sie nannten ihn den „großen Krieg“ und „den Krieg, der allen Kriegen ein Ende setzte“. Wenn sie recht gehabt hätten, hätte es danach keinen Krieg mehr gegeben! Über 150 Millionen Menschen wären in den späteren Kriegen des 20. Jahrhunderts nicht gestorben. Der erste Weltkrieg war leider nicht der Krieg, „der allen Kriegen ein Ende setzte“. Dennoch gibt es Hoffnung für die Zukunft!

Das Ende aller Kriege

Der Krieg, der allen Kriegen ein Ende setzen wird, kommt doch noch! Er stellt den Gipfel einer Zeit globaler Wirren und Konflikte in einem Ausmaß dar, wie es die Welt noch nie erlebt hat oder jemals wieder erleben wird (Matthäus 24,21). Diese Zeit wird so unsägliches Leid bringen, dass Jesus Christus uns vor den möglichen Konsequenzen warnen musste: „Wenn diese Zeit der Not nicht abgekürzt würde, würde die gesamte Menschheit umkommen. Doch wegen der Auserwählten Gottes wird sie abgekürzt werden“ (Vers 22; „Neues Leben“-Übersetzung, alle Hervorhebungen durch uns).

Im ersten Kapitel sahen wir, dass der erste der vier apokalyptischen Reiter in Offenbarung 6 eine von Satan dem Teufel inspirierte, groß angelegte religiöse Verführung darstellt. Der zweite apokalyptische Reiter entfesselt die tödlichen Kräfte des Bösen und nimmt der Erde den Frieden. Jesus Christus wird jedoch eingreifen, um diesen Reiter zum Sturz zu bringen und so die Ausrottung des Menschen zu verhindern. Das schafft er, indem er zur Erde zurückkehrt und eine neue Herrschaftsordnung etabliert. Der Apostel Johannes beschreibt den zweiten Reiter wie folgt: „Und als es das zweite Siegel auftat, hörte ich die zweite Gestalt sagen: Komm! Und es kam heraus ein zweites Pferd, das war feuerrot. Und dem, der darauf saß, wurde Macht gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen, dass sie sich untereinander umbrächten, und ihm wurde ein großes Schwert gegeben“ (Offenbarung 6,3-4). Diese Vision spiegelt die Prophezeiung Jesu in Matthäus 24 über die Zeit vor seiner Rückkehr wider: „Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt nicht. Denn das muss so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da. Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere“ (Verse 6-7). In der Geschichte gibt es immer wieder das Muster des roten Pferdes, das dem weißen Pferd und seinem religiösen Einfluss nachfolgt.

Als Beispiel sei der Dreißigjährige Krieg genannt. Die Kräfteverschiebung in Europa infolge der protestantischen Reformation löste ein bis dahin beispielloses Blutvergießen unter den Staaten Europas aus, das erst 1648 mit dem Westfälischen Frieden beendet werden konnte.

Der religiöse Konflikt zwischen dem neu gegründeten Protestantismus und den Anhängern der römisch-katholischen Theologie führte zum offenen Krieg, zeitweise mit merkwürdigen Bündnissen. Das katholische Frankreich schlug sich auf die Seite des protestantischen Holland, um der mächtigen katholischen Habsburger Dynastie Paroli zu bieten. Dadurch wurde der Konflikt nur hinausgezögert. Bis 1648 hatten ca. acht Millionen Menschen ihr Leben verloren, ein für die damalige Zeit unglaublich hoher Blutzoll.

Was kann man für die Endzeit erwarten, wenn das rote Pferd des Krieges wieder losreitet, um die Wut der Nationen zu entfesseln? Die Geschichte des Krieges lässt uns vorausahnen, wie es dann sein wird. Sehen wir uns zunächst die Aussagen der Bibel bezüglich der Ursache des Krieges an.

Der Anfang des Krieges

Diejenigen, die die menschliche Natur realistisch einschätzen, wissen, dass der Mensch auf dem Weg zur Selbstzerstörung ist und es von Anfang an schon immer war. Wir lesen in 1. Mose 4 von dem ersten menschlichen „Krieg“, dem Konflikt zwischen Kain und Abel, den Söhnen des ersten Ehepaars Adam und Eva. Als Kains Selbstwertgefühl verletzt wurde, vermochte er seinen Zorn nicht zu beherrschen. Kain „erhob sich wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot“ (1. Mose 4,8).

Von seiner familiären Umgebung ausgestoßen, übersiedelte Kain in das Land Nod, östlich von Eden (Vers 16). In Kain sehen einige Bibelgelehrte einen der ersten Bewohner der Stadt Jericho. Ganz gleich wie es mit dem Wahrheitsgehalt dieser Vermutung aussieht, zeigen Ausgrabungen an der Stätte Jerichos, einer der frühesten bewohnten Siedlungen auf der Erde, eine massive Festung mit Stadtmauern von 4 m Höhe und 2 m Breite.

Die Überbleibsel eines großen Turms, ca. 10 m hoch und 10 m im Durchmesser, erzählen die Geschichte von Menschen, die in einer befestigten Stadt wohnten, um so ihr Eigentum – wahrscheinlich Lebensmittel – vor denen zu schützen, die es ihnen gewaltsam nehmen wollten. Jericho erlebte Krieg und Belagerung, lange bevor Josua und die Israeliten die Stadt umstellten und einnahmen.

In 1. Mose 10 lesen wir die Geschichte der Söhne Noahs und der Städte, die sie gründeten. Ein Nachkomme Noahs hieß Nimrod, und die Stadt, die er baute, war Babel. Nimrod „war ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn“ (Vers 9). Das Wort „vor“ impliziert „vor dem Angesicht“ bzw. „gegen“, womit eine ablehnende Haltung gegenüber Gott und seinem Plan angedeutet wird.

Das ist auch der Tenor des Turmbaus zu Babel in Kapitel 11, als die Menschen nicht „in alle Länder zerstreut“ werden wollten (Vers 4), um „die Erde zu füllen“, wie ihnen nach der Sintflut aufgetragen worden war (1. Mose 9,1). Babylon wurde im Laufe der Jahrhunderte zu einer großen Stadt und später zum Mittelpunkt eines gleichnamigen Reiches.

In der Bibel ist die Stadt Babylon zum Sinnbild für das System geworden, das sich Gott, seinem Volk und seinem Vorhaben mit den Menschen widersetzt. In Offenbarung 17, Vers 5 wird diese Stadt in der Endzeit wie folgt beschrieben: „Das große Babylon, die Mutter der Hurerei und aller Gräuel auf Erden.“ Babylon liefert die kulturelle und religiöse Inspiration für ein politisch-religiöses System der Endzeit, das die Bibel „das Tier“ nennt.

Die Wurzeln dieses endzeitlichen Systems fußen auf dem Muster, das auf Nimrod und die antike Stadt Babel zurückzuführen ist. Es stellt die Grundlage für den allerletzten Konflikt dieses Zeitalters dar, versinnbildlicht durch das rote Pferd des Krieges.

Kein Krieg hat jemals dauerhaften Frieden geschaffen. Kriege, die im Namen der Religion geführt wurden, haben nicht zu religiöser Harmonie geführt. Kein Krieg, der aus nationalem Interesse geführt wurde, hat jemals bleibende Sicherheit für irgendeine Stadt oder Nation gebracht. Der „Frieden“, den die Menschen durch Gewalt schaffen wollen, ist allzu oft ein Friede, der nur nationalen oder eigenen Interessen dient und somit den Grundstein für zukünftige Konflikte legt.

Die atomare Büchse der Pandora

Der Zusammenbruch der sowjetischen Machtsphäre führte zur Verringerung des russischen und amerikanischen Atomarsenals. Kernwaffen sind jedoch nach wie vor eine Büchse der Pandora. Auf unterschiedlichen Wegen gelangte atomare Technologie in andere Länder oder wurde von ihnen selbst entwickelt. Als Resultat besitzen alte Feinde wie Indien und Pakistan Kernwaffen. Zur Zeit zeigen sie sich gesprächsbereit, aber vergessen darf man nicht, wie sie sich in den letzten Jahren mehr als einmal einen atomaren Erstschlag angedroht haben.

2003 kündigte Nordkorea die erfolgreiche Fertigstellung mehrerer atomarer Sprengköpfe an, womit es gegen mehrere Vereinbarungen verstieß. Laut amerikanischer Geheimdienstquellen ist die Behauptung der Nordkoreaner durchaus glaubwürdig. Darüber hinaus betreibt das Land ein Raketenprogramm mit zunehmender Reichweite. Im Februar 2004 räumte der damalige CIA-Direktor George Tenet die Möglichkeit ein, dass die neue Generation nordkoreanischer Raketen die amerikanische Westküste erreichen könnte.

Was wäre, wenn Nordkorea, das zur Stützung seiner Währungsreserven auf den Außenhandel dringend angewiesen ist, seine im Ausland angebotenen Scud-Raketen mit atomaren Sprengköpfen bestückt? So könnte eine Möglichkeit Wirklichkeit werden, vor der westliche Geheimdienste seit Jahren warnen: die Bedrohung durch Terroristen, die in den Besitz von Kernwaffen gelangen.

Im Dezember 2003 erklärte der libysche Führer Moammar Gaddhafi den Verzicht seines Landes auf die Entwicklung und den Einsatz von Massenvernichtungswaffen. Nachher stellte man fest, dass das libysche Atomprogramm viel weiter vorangeschritten war, als man im Westen angenommen hatte – ein Programm, das bereits länger als ein Jahrzehnt existiert hatte.

Der Iran, der in den 1980er Jahren einen achtjährigen Krieg gegen seinen Nachbarn Irak führte, wurde verdächtigt, seinen von Russland gelieferten Kernreaktor, der nur zu friedlichen Zwecken genutzt werden sollte, im Rahmen eines geheimen atomaren Rüstungsprogramms einzusetzen.

Jener Verdacht wurde 2003 genährt, als Inspektoren der internationalen Atombehörde (IAEA) Spuren von angereichertem Uran nachwiesen, einem für die Entwicklung von Kernwaffen wichtigen Bestandteil. Teheran behauptet, Atomenergie nur zu friedlichen Zwecken einsetzen zu wollen. Die Vereinbarung des Jahres 2015 mit dem Iran bedeutet auf keinen Fall, dass der Iran in Zukunft niemals Atomwaffen besitzen wird.

Fast zeitgleich mit Gaddhafis angekündigtem Verzicht auf Massenvernichtungswaffen bestritt die pakistanische Regierung zunächst ihre Mitwirkung bei der Verbreitung von atomarer Technologie an Länder wie Libyen, Iran und Nordkorea. Wenig später räumte Islamabad aber ein, dass pakistanische Wissenschaftler, angeblich auf eigene Faust handelnd, sich der verdächtigten Verbreitung doch schuldig gemacht hatten.

Angesichts solcher Geständnisse und der Schwierigkeit der Durchführung wirksamer Kontrollen ist die Frage erlaubt, ob die Welt wirklich sicher ist vor atomaren Waffen – ob sie in den Händen eines unberechenbaren Regimes oder von Terroristen sind. Jahre nach dem Ende des kalten Krieges kann man feststellen, dass dessen Ende leider nicht das Ende der atomaren Bedrohung bedeutete. Die grausame Wirklichkeit ist, dass heute mehr Hände denn je am nuklearen Hebel sitzen. Darunter sind einige, die nach eigener Einschätzung durch den Einsatz solcher Waffen gegen den Westen nichts zu verlieren haben.

Wer sich mit dem Krieg auseinandersetzt, begreift die ständige Gefahr. In einer ausführlichen Stellungnahme bot die Schriftstellerin Gwynne Dyer diese ernüchternde, fast hoffnungslose Einsicht: „Da wir dem Ende nahe sind, mögen wir den ,Altweibersommer‘ der Menschheitsgeschichte erleben, bei dem wir uns nur noch auf den ,atomaren Winter‘ zu freuen haben, mit dem alles vorbei ist. Der Krieg, auf den sich die großen Mächte vorbereiten, mag kommen, wie in so vielen Fällen der Vergangenheit.

Die Megatonnen werden gezündet, der Staub wird aufsteigen, das Sonnenlicht wird versiegen und die menschliche Rasse mag aussterben. Nichts ist unabwendbar, bis es geschieht, aber die Möglichkeit eines letzten Krieges kann nicht geleugnet werden, und es gibt eine statistische Gewissheit: Jedes Ereignis, das eine bestimmte Wahrscheinlichkeit hat – ganz gleich wie gering –, die sich mit der Zeit nicht verringert, wird geschehen, ob im nächsten Jahr, im nächsten Jahrzehnt oder im nächsten Jahrhundert. Es wird stattfinden, darunter auch ein Atomkrieg“ (War, 1985, Seite xi).

Eine Weltregierung

Diese düstere Einschätzung ist der Grund, warum seit Jahren der Ruf nach einer Weltregierung als einzige Hoffnung für Frieden laut wird. In seinem Werk De Monarchia hatte bereits der mittelalterliche Autor Dante Alighieri den unvermeidbaren Streit zwischen zwei Regierungen beschrieben, der die Vermittlung einer fremden Macht erfordert, die zur Lösung des Konflikts befugt ist:

„Diese dritte Macht ist entweder die Weltregierung, oder sie ist es nicht. Als Erstes müssen wir also an einen obersten Richter gelangen, der alle Streitfälle zu schlichten vermag … Daher ist eine Weltregierung für die Welt notwendig“ (zitiert aus „War and Peace“ in The Great Ideas: A Syntopicon of Great Books of the Western World, herausgegeben von William Gorman, 1952, Band II, Seite 1018).

Am Ende dieses Zeitalters wird es vielleicht der Wunsch nach Frieden sein, den sich ein System angeblich zum Ziel setzt, um einen bedeutenden Einfluss auf die Welt zu gewinnen. Offenbarung 13 beschreibt dieses System als „aus dem Meer“ steigend und nennt es „das Tier“ (Vers 1). Durch eine Reihe von übernatürlichen Wundern wird eine von Krisen geschüttelte Welt überzeugt, dieses System zu akzeptieren. Nationen werden ihre Souveränität dem „Tier“ übertragen, und es wird mit der Feststellung angebetet: „Wer ist dem Tier gleich, und wer kann mit ihm kämpfen?“ (Vers 4).

Um seine Vorstellung vom Frieden durchzusetzen, wird dem Tier „Macht gegeben über alle Stämme und Völker und Sprachen und Nationen“ – eine echte Weltmacht (Vers 7). Dieses System verfolgt treue Christen, die die wahre Natur dieser Weltmacht erkennen und wissen, dass sie in Wirklichkeit satanisch ist.

In Offenbarung 17 erfahren wir, dass dieses „Tier“ seine Macht von zehn „Königen“ erhält – Führer von zehn Nationen oder Ländergruppen, die ihre Autorität auf dieses System und seinen menschlichen Führer übertragen. Anscheinend gelingt es ihm, einen vorübergehenden Frieden zu schaffen (vgl. dazu 1. Thessalonicher 5,1-3). Doch dieser Frieden mündet letztendlich in einen Krieg gegen Gott. Das von Satan gelenkte System und sein Führer werden Krieg gegen das Lamm (Jesus Christus) führen, werden aber von ihm vernichtend geschlagen werden.

Das „Tier“ wird nicht der erste Versuch des Menschen sein, eine Weltregierung zu schaffen. Vor Tausenden von Jahren gründete sich der Turmbau zu Babel auf die gleiche Motivation der Ablehnung Gottes. Dieses Denken gipfelt in der Zeit unmittelbar vor Jesu Wiederkehr in einem letzten Versuch, die Nationen durch ein global vernetztes politisches und wirtschaftliches System zu vereinen.

Das erklärte Ziel des Systems wird die Schaffung von Frieden, einer stabilen Weltordnung und Wohlstand für die Menschen sein. Ist der „Frieden“ erreicht, entpuppt sich jedoch das wahre Gesicht des „Tieres“, das jeden Widerstand gegen seine Herrschaft mit Verfolgung und Gewalt niederkämpfen wird. Nicht alle werden von dieser Art Frieden begeistert sein. So wird die Bühne für den entscheidenden Endkampf freigemacht.

Jesus greift ein, um die Menschheit zu retten

Die Geschichte bezeugt, dass der Mensch keinen dauerhaften Frieden schaffen kann. Die Zeit vor der verheißenen Rückkehr Jesu Christi wird nach der Bibel keine Ausnahme sein. Der Aufstieg des endzeitlichen babylonischen Systems wird einen entscheidenden Einfluss auf den Verlauf der Ereignisse haben. Diese Zeit „wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist, seitdem es Menschen gibt“ (Daniel 12,1). Jesus sagte diese Zeit auch voraus: „Denn es wird dann eine große Bedrängnis sein, wie sie nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder werden wird“ (Matthäus 24,21).

Wie wir zu Beginn dieses Kapitels gesagt haben, wird nach Jesu Worten diese Bedrängnis so verheerend sein, dass das Überleben der Menschen auf dem Spiel stehen wird: „Wenn diese Zeit der Not nicht abgekürzt würde, würde die gesamte Menschheit umkommen.“ Die gute Nachricht ist, dass Jesus das sonst unabwendbare Desaster verhindern wird: „Doch wegen der Auserwählten Gottes wird sie abgekürzt werden“ (Vers 22; „Neues Leben“-Übersetzung).

Diese Prophezeiung hilft uns zu verstehen, wann das Wirken des roten Pferdes seinen Höhepunkt erreichen wird – in einer Zeit der Massenvernichtungswaffen, deren Einsatz das Überleben der Menschheit bedrohen kann. Erst seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs kann von solchen Waffensystemen die Rede sein.

Den Ausgang dieser Zeit des Krieges wird Gott bestimmen. In dem ersten Kapitel zeigten wir, dass es das Lamm ist – Jesus Christus –, das die Siegel öffnet. Jesus hat von Gott die Macht erhalten, in die Angelegenheiten des Menschen einzugreifen. Er wird diese „große Bedrängnis“ so zu Ende führen, dass der lang ersehnte Frieden für alle Bewohner der Erde herbeigeführt wird. Vorher wird es jedoch ein unvorstellbares Blutvergießen geben, wenn der Reiter auf dem roten Pferd zum letzten Mal der Erde den Frieden nimmt.

Die Beschreibung dieses Endzeitkonflikts beginnt in Offenbarung, Kapitel 8, mit dem Öffnen des siebten Siegels, das sieben Trompetenplagen enthält, die eine unvorstellbare Zerstörung auf der Erde beschreiben. In Kapitel 9 wird gesagt, was beim Ertönen der sechsten Posaune geschieht: „Und der sechste Engel posaunte: und ich hörte eine Stimme aus den vier Hörnern des goldenen Altars, der vor Gott ist, zu dem sechsten Engel, der die Posaune hatte, sagen: Löse die vier Engel, die an dem großen Strom Euphrat gebunden sind. Und die vier Engel wurden losgebunden, die auf Stunde und Tag und Monat und Jahr gerüstet waren, den dritten Teil der Menschen zu töten. Und die Zahl der Kriegsheere zu Ross war zweimal zehntausendmal zehntausend; ich hörte ihre Zahl“ (Offenbarung 9,13-16; Elberfelder Bibel).

Die Vorstellung eines Heeres mit 200 Millionen Soldaten ist furchterregend. Verse 15 und 18 sagen uns, dass ein Drittel der Bewohner der Erde – das wären bei der jetzigen Weltbevölkerung mehr als zwei Milliarden Menschen – in diesem dritten Weltkrieg umkommen wird.

Eine unverkennbare Botschaft der Offenbarung ist Gottes Hoheit über den scheinbar außer Kontrolle geratenen Ablauf der Ereignisse. Die einzige Hoffnung für die Menschen ist das Eingreifen Jesu, um dem Blutvergießen und der Zerstörung der Erde ein Ende zu setzen. Wenn die Krise der Endzeit ihren Gipfel erreicht, wird sich der Himmel öffnen, und Jesus wird auf einem weißen Pferd erscheinen.

Gottes Botschaft der Hoffnung ist der fünfte Reiter, dessen Auftreten endgültig und entscheidend sein wird. In Offenbarung 19, Vers 11 heißt dieser Reiter „Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit“.

Jesus wird diese Schlacht in Gerechtigkeit führen, denn nur er allein hat „die Schlüssel des Todes und der Hölle [= des Grabes]“ (Offenbarung 1,18). Ganz gleich wie gerecht der Kriegsgrund ausgesehen haben mag, hat niemand jemals in der Geschichte Krieg führen können mit dem Anspruch, dass der Krieg gerecht sei. Gottes Gericht über die Nationen gipfelt in dem Eingreifen Jesu und wird genau zum richtigen Zeitpunkt erfolgen.

Jesu Sieg in dieser entscheidenden Schlacht führt zur Errichtung des Reiches Gottes, der göttlichen Herrschaftsordnung, auf der Erde. Der letzte Krieg dieses Zeitalters wird die Menschheit dermaßen demütigen, dass sie endlich bereit sein wird, Gott zu gehorchen und seine Lebensweise zu praktizieren, die wahren Frieden hervorbringt. Endlich wird es dauerhaften Frieden für alle Menschen geben. Vorher müssen jedoch zwei weitere apokalyptische Reiter losreiten. Im nächsten Kapitel befassen wir uns mit dem dritten Reiter, der auf einem schwarzen Pferd reitet.

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