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Der dritte Reiter der Apokalyypse: Das schwarze Pferd: Hunger

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Der dritte Reiter der Apokalyypse

Das schwarze Pferd: Hunger

In der Geschichte erwies sich Hungersnot als häufiger und oft tödlicher Feind der menschlichen Zivilisation. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts zeichnete sich leider keine Trendwende ab. In Äthiopien hielt der Hunger wieder Einzug, wo mehr als sieben Millionen Menschen auf die Lieferung von Lebensmitteln warteten. In Eritrea waren es weitere zwei Millionen, die dringend Hilfe brauchten, um den Hungertod abzuwenden.

Bei einer Bestandsaufnahme im März 2004 erklärte die UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO), dass 23 der 53 Länder Afrikas dringend Lebensmittellieferungen brauchten, um ihre Bevölkerungen ernähren zu können. Hungersnot ist nichts Neues für Afrika. 1984 konnte der Hungertod z. B. für Millionen Äthiopier nur durch eine weltweit koordinierte Hilfsaktion abgewendet werden.

In den zehn Jahren nach 1992 schätzte man die Zahl der durch Unterernährung verursachten Todesfälle in Nordkorea auf mehr als zwei Millionen. Die dortige Lebensmittelknappheit wurde durch das Zusammenwirken von verheerenden Überschwemmungen, Dürre und einer falschen Agrarpolitik des damaligen nordkoreanischen Diktators Kim Jong II. ausgelöst, der auch für seine Drohgebärden mit dem Verkauf oder Einsatz von Kernwaffen bekannt wurde. So sicherte er sich schon einmal Öl- und Lebensmittellieferungen aus dem Ausland.

In den wohlhabenden Ländern des industrialisierten Westens erscheinen die Bilder von hungernden Menschen in Afrika irgendwie fremd. Man leugnet freilich nicht, dass es eine Krise gibt, aber mit unseren modernen Transportmitteln glaubt man, dass sich das Problem lösen lässt. Die Vorstellung, dass es im Westen jemals eine ähnliche Krise geben könnte, ist für Menschen, die nie wirklich gehungert haben, undenkbar.

Der dritte apokalyptische Reiter steigt auf sein schwarzes Pferd

In den vorangegangenen Beiträgen behandelten wir die symbolische Bedeutung der ersten beiden apokalyptischen Reiter von Offenbarung, Kapitel 6 – religiöse Verführung und Krieg. Nun ist der dritte Reiter an der Reihe. Was symbolisieren er und sein schwarzes Pferd?

In den Versen 5-6 lesen wir: „Und als es das dritte Siegel auftat, hörte ich die dritte Gestalt sagen: Komm! Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Pferd. Und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand. Und ich hörte eine Stimme mitten unter den vier Gestalten sagen: Ein Maß Weizen für einen Silbergroschen und drei Maß Gerste für einen Silbergroschen; aber dem Öl und Wein tu keinen Schaden!“ Welche Bedeutung hat diese Beschreibung?

In dem Expositor’s Bible Commentary heißt es dazu: „Der genannte Betrag impliziert Lebensmittelpreise, die zwölfmal höher sind als normal, und weist auf Inflation und den Zustand einer Hungersnot hin (Matthäus 24,7). Ein Maß Weizen wäre die durchschnittliche Tagesration. Gerste wurde von den Armen dem Weizen beigemischt.“ Eine Lebensmittelknappheit treibt die Preise in die Höhe und macht die verfügbare Nahrung noch weniger erschwinglich. Öl und Wein sind besondere Sinnbilder für ausreichende Nahrung. Bedeutet die symbolische Beschreibung in Offenbarung 6, dass es inmitten einer weitverbreiteten Hungersnot einige Orte des Überflusses geben wird? In Matthäus 24, Vers 7 hatte Jesus nämlich Hungersnöte „hier und dort“ vorausgesagt. Bedeutet der Ruf, man sollte dem Öl und Wein „keinen Schaden“ tun, dass man diese Orte besonders schützen wird? Nach Meinung einiger Kommentatoren sollen wir diesen Ruf dahin gehend verstehen, dass es Öl und Wein kaum noch geben wird. Ihnen sollte nach dieser Auslegung deshalb nicht geschadet werden, damit sie nicht gänzlich ausgehen. Auf jeden Fall bedeutet das Öffnen des dritten Siegels der Offenbarung – das Losreiten des dritten apokalyptischen Reiters – den Anbruch einer Zeit des Hungers, wie sie die Welt noch nie erlebt hat.

Hungersnot und Aids

Zu Beginn des neuen Jahrtausends drohte sechs Ländern im südlichen Afrika eine Hungersnot – Lesotho, Malawi, Mosambik, Sambia, Simbabwe und Swasiland. Monatelang waren diese Länder auf Hilfslieferungen aus dem Ausland angewiesen. Das Problem wurde weitgehend durch Dürre und falsche Agrarpraktiken heraufbeschworen.

Zunehmend beeinflusst jedoch ein weiterer Faktor die Fähigkeit dieser Länder, ihre Bürger zu ernähren. Eine große Anzahl der Landarbeiter ist mit Aids infiziert oder bereits daran gestorben. Man schätzt, dass ca. 25 Prozent der Erwachsenen dieser Länder an Aids erkrankt sind mit dem Resultat, dass es weniger Arbeiter für die Landwirtschaft gibt.

Darüber hinaus verhindert das langsame Aussterben einer ganzen Generation die Weitergabe von wichtigen Kenntnissen über die landwirtschaftliche Arbeit bzw. Produktion an die nachfolgende Generation. Setzt sich dieser Trend fort, werden diese Länder auf lange Zeit nicht in der Lage sein, sich selbst zu ernähren – auch bei günstigen landwirtschaftlichen Bedingungen. Ein Beitrag in der Fotos: Catholic Relief Services (oben), UNO (unten) britischen Zeitschrift The Economist schilderte die menschliche Dimension dieser Tragödie: „Gab es in der Vergangenheit nur wenig zu essen, konnte Jenerah Michelo, eine sambische Landwirtin am Existenzminimum, Lebensmittel von ihren Nachbarn kaufen oder sich erbetteln. Aber dann starb ihr Mann an Aids und hinterließ sie mit sechs Kindern, einer fast leeren Vorratskammer und einem entkräftenden Virus in ihrem Blut. Nun ist sie zu schwach, um auf Nahrungssuche zu gehen, und ihre Nachbarn helfen ihr ungern, weil sie eine ,Patientin‘ ist.

Gelegentlich spenden Ausländer Lebensmittel und Medikamente gegen ihre Krämpfe. Die Medikamente soll man jedoch nur nach einer Mahlzeit einnehmen: ,Deshalb leide ich unter Nebenwirkungen: Mir wird mulmig und schwindelig, und ich bin zu nichts fähig.‘ Antibiotika gegen Aids bekommt sie nicht, aber selbst wenn sie sie einnehmen würde, wären sie ohne ausreichende Nahrung zwecklos“ („Cursed, Twice Over“ [„Doppelt verflucht“], 13. Februar 2003).

Michelos Lage spiegelt die Situation vieler aidskranker Afrikaner wider. Zwar haben die UNO und der Westen Hilfsgelder zur Bekämpfung der Immunschwächekrankheit bereitgestellt, aber ein an dem Aidsvirus Erkrankter braucht nicht nur Medikamente, sondern auch zusätzliche Kalorien, besonders Eiweiß, um die Infektion zu bekämpfen. Dort in Afrika, wo die Lebensmittel knapp sind, steigt im umgekehrten Maße die Zahl der Aids-Toten.

In weiten Teilen des ländlichen Afrikas sieht die Zukunft deshalb trostlos aus. In Wirklichkeit stirbt die Zukunft. Das Zusammenwirken von Hunger und Infektion betrifft viele im Alter unter 40 Jahren, darunter Frauen in großer Zahl, die oft in der Landwirtschaft tätig sind. Sterben die Eltern, so müssen die Kinder für sich selbst sorgen.

Die Stammesdorfgemeinschaft ist der traditionelle Baustein der afrikanischen Gesellschaft gewesen. Heute manifestiert er große Risse unter der doppelten Belastung von Hungersnot und Aids. Der Economist Bericht fasst abschließend zusammen: „Zeichen solch eines Zusammenbruchs [der Gesellschaft] gibt es bereits in Frau Michelos Dorf: Ihre Familie kann ihr nicht helfen, ihre Nachbarn wollen nicht, und einige stehlen sogar ihre Hühner. Diebstahl dieser Art war bei früheren Hungersnöten unbekannt, ebenso das Horten seitens der Bessergestellten, was heute hingegen alltäglich ist“ (ebenda).

Verheerende Hungersnöte der jüngsten Vergangenheit

In der Reihenfolge der Reiter in Offenbarung 6 folgt Hungersnot auf die Reiter, die religiöse Verführung und Krieg darstellen. Bei Hungersnot denkt man vielleicht zuerst an eine lang anhaltende anormale Wetterlage wie Dürre, Überschwemmung oder an eine Insektenplage, wie im Sommer des Jahres 2004 in Nordafrika. Sicherlich stellten diese Faktoren einen bedeutenden Beitrag zu den Hungersnöten der Vergangenheit dar.

Die prophetische Schilderung der Bibel, wonach politische bzw. religiöse Ideologien, die den Krieg begünstigen und dadurch zu Hungersnot führen können, ist jedoch voll berechtigt, wie zwei Beispiele aus dem 20. Jahrhundert zeigen. Josef Stalins gottloses politisches System des Kommunismus – auf seine Art selbst eine Religion – versuchte Anfang der 1930er Jahre den ukrainischen Nationalismus durch die Einführung von landwirtschaftlichen Kollektiven einzudämmen. Nachdem Getreidevorräte vom Land in die Städte umgelagert worden waren, gab es Missernten, und die Verteilung von Lebensmitteln an die Region wurde untersagt. Diese von Menschen verstärkte Hungersnot kostete schätzungsweise sechs bis acht Millionen Ukrainern das Leben.

Die Volksrepublik China „erntete“ einen ähnlichen Erfolg mit ihrem „großen Sprung nach vorne“ Ende der 1950er Jahre. Fruchtbare Reisfelder wurden asphaltiert, damit Fabriken gebaut werden konnten. In der Landwirtschaft wurde die Kollektivierung vorangetrieben; dabei kam es zu Engpässen in der Lebensmittelverteilung. Dazu kam noch schlechtes Wetter. Der daraus resultierenden großen Hungersnot zu Beginn der 1960er Jahre sollen bis zu 20 Millionen Chinesen zum Opfer gefallen sein.

Ethik und Hunger im 21. Jahrhundert

Vor dem Hintergrund der symbolischen Bedeutung der apokalyptischen Reiter fragen wir: Welchen Einfluss haben die Weltreligionen auf das ethische Bewusstsein der Menschen gehabt? Ca. 50 Prozent der Weltbevölkerung können sich mit biblischen Persönlichkeiten identifizieren: Christentum, Islam und Judentum. Von den übrigen Menschen bekennt sich ein großer Teil zu einer der anderen Weltreligionen: Buddhismus, Hinduismus usw.

Eigentlich lebt nur eine Minderheit der heutigen Menschen ohne ein Bekenntnis zur Religion. Da müsste man meinen, dass die Beseitigung des Hungers ein Leichtes wäre, zumal alle Religionen das Prinzip der Nächstenliebe lehren. Welche ethischen Werte haben uns die großen Religionen vermittelt?

In seiner Begrüßungsrede zum Auftakt des UN-Millenniumsgipfels im September 2000 sagte Kofi Annan, keine Mutter auf der Welt könne verstehen, warum ihr Kind an Unterernährung sterben sollte. Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts verdoppelte sich nämlich die Zahl der täglichen Hungertoten auf etwa 24 000. Anlässlich einer 1996 unter der Schirmherrschaft der UNO veranstalteten Welternährungskonferenz nahmen sich die Teilnehmerstaaten vor, die Zahl der Unterernährten von damals 800 Millionen weltweit bis zum Jahr 2015 zu halbieren. Als die UNO im Juni 2002 eine Nachfolgekonferenz in Rom durchführte, stellte man jedoch eine Reduzierung der Unterernährten in den sechs Jahren seit 1996 um nur 25 Millionen fest.

Um das für das Jahr 2015 gesteckte Ziel zu erreichen, schätzte UN-Generalsekretär Kofi Annan die notwendigen jährlichen landwirtschaftlichen Fördermittel auf 24 Milliarden US-Dollar. Tatsächlich stehen jedes Jahr aber nur ca. 11 Milliarden US-Dollar zur Verfügung. In einer Botschaft an die Konferenzteilnehmer in Rom nannte Papst Johannes Paul II. die Gründe für das Versagen der internationalen Gemeinschaft, entschlossener gegen den Hunger vorzugehen: „Trägheit, Egoismus und internationale Beziehungen, die von einem Pragmatismus, dem eine ethische und moralische Grundlage fehlt, gestaltet werden“ (International Herald Tribune11. Juni 2002; Hervorhebung durch uns). Am erstaunlichsten bei jeder Diskussion über die Beseitigung des Hungers ist die Tatsache, dass unsere Erde durchaus in der Lage ist, ihre jetzige Bevölkerung ausreichend mit Nahrung zu versorgen.

So erfuhr man auf der EXPO 2000 in Hannover im Themenbereich Ernährung, dass kein Mensch heute hungern müsste: „Ernährung ist ein Menschenrecht. Es ist möglich, alle Menschen auf der Welt zu ernähren. Dennoch sind über 800 Millionen Menschen aufgrund naturbedingter Einflüsse, Umweltschäden sowie als Folge kriegerischer Konflikte in vielen Regionen der Erde unterernährt. Der Überfluss auf dem Globus ist ungerecht verteilt. Der Kampf gegen Hunger und Armut kann gewonnen werden, wenn wir auf politischer, gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Ebene zusammenarbeiten“ (Hervorhebung durch uns).

Wie realistisch ist die Hoffnung einer dauerhaften Zusammenarbeit im Kampf gegen den Hunger? Trotz der lobenswerten Bemühungen von Einzelpersonen bzw. Organisationen werden weitere Millionen verhungern. Der Einfluss der großen Weltreligionen hat nicht dazu geführt, dass wir Menschen das Wohlergehen anderer konsequent vor eigene Interessen stellen. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Die Weltreligionen sind selbst Teil des Problems, sozusagen ein „Systemfehler“, dessen Auftreten bereits im Garten Eden verzeichnet wurde.

Grundlage der Zivilisation

Die Schöpfungsgeschichte der Bibel ist mehr als nur eine knappe Beschreibung der Entstehung des Menschen. Im ersten Buch der Bibel wird uns berichtet, wie die Grundlage der heutigen Zivilisation gelegt wurde. Der Schöpfer stellte Adam und Eva vor eine Wahl. Um ewiges Leben zu erlangen, das sie bei ihrer Erschaffung nicht besaßen, mussten sie sich für eine grundsätzliche Lebensausrichtung entscheiden. Ihnen standen zwei Lebensweisen zur Auswahl, die durch zwei tatsächliche Bäume im Garten Eden symbolisiert wurden.

Der Baum des Lebens repräsentierte Gottes Gesinnung – den Weg des Gehorsams gegenüber Gott und seinem offenbarten Weg. Diese Wahl hätte zu allen guten Ergebnissen und zum ewigen Leben geführt. Im Gegensatz dazu versinnbildlichte der andere Baum, der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, den menschlichen Weg des Selbstvertrauens. Unter dem Einfluss Satans führt dieser Weg zu jeglicher Art von Bösem und letztendlich auch zum Tode. Er symbolisiert die Ablehnung von Gottes Weg. Alle philosophischen Denkmodelle und politischen Systeme des Menschen sind die Frucht dieses Baums, ebenso sämtliche Religionen, deren Inhalte höchstens nur teilweise den Aussagen der Bibel entsprechen.

Durch den Einfluss Satans trafen Adam und Eva die falsche Wahl. Als Resultat hat der Mensch seither im Allgemeinen keinen Zugang zum Baum des Lebens (1. Mose 3,22-24). Der Zutritt zum Wissen darüber, was wirklich Frieden und Glück produzieren und zum ewigen Leben führen würde, ist deshalb weitgehend unbekannt. Seit der richtungweisenden Entscheidung unserer Ureltern im Garten Eden ernährt sich der Mensch geistig und moralisch vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.

Im Klartext heißt das: Nach seinen eigenen Vorstellungen bestimmt der Mensch seine Ethik und Moral selbst, und zwar danach, was ihm gut erscheint. Er selbst, nicht Gott, entscheidet, was richtig und falsch ist. Dabei mag er zwar an Gott glauben und ihn sogar nach seinem Verständnis verehren. Er ist jedoch widerwillig, Gottes Offenbarung ohne Abstriche anzunehmen, und ist Gott deshalb nicht wirklich vollständig untertan. Das Ergebnis sind Flüche, die die Menschheit lange geplagt haben. Dazu gehören die Vernichtung der Umwelt durch Raubbau, falsche landwirtschaftliche Praktiken und auch Krieg, der weite Landstriche für den Anbau unbrauchbar gemacht hat.

Es mag unglaublich erscheinen, aber selbst das Christentum in seiner heutigen Form ist das Resultat des Selbstbestimmungsdrangs des Menschen. Nach dem Ableben der ersten Christengeneration veränderte sich das Christentum in radikaler Weise. Bräuche und Riten heidnischen Ursprungs, die den Aposteln Jesu und den ersten Christen unbekannt waren, drangen in die Kirche ein. Der Weg für den ersten apokalyptischen Reiter wurde damit unmittelbar geebnet, aber die moralischphilosophische Grundlage für die Auflehnung des Menschen gegenüber seinem Schöpfer gab es schon viel früher. Unter dem Einfluss der Lebensausrichtung, die die Frucht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen ist, wird es uns nicht gelingen, unsere Probleme zu lösen – ob Krieg, Armut oder Hunger.

Hoffnung zur Zeit des Schreckens

Das Schicksal, das der Stadt Jerusalem im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung bevorstand, bewegte Jesus Christus zu Tränen. Er sah die schrecklichen Szenen der Belagerung durch römische Soldaten voraus, die die „Stadt des Friedens“ erleiden sollte. Sein Wunsch wäre es gewesen, die Bewohner Jerusalems zu sammeln, um sie so vor der bevorstehenden Tragödie zu bewahren.

Leider beherzigten sie die Warnung Jesu nicht. Ihnen blieb nichts anderes übrig, als die grausame Lektion der Erfahrung zu erleben (vgl. dazu Matthäus 23,37-39). Während der dreijährigen Belagerung der Stadt befielen sie die schlimmsten Schrecken, die die Bibel für diejenigen voraussagt, die bewusst den Weg Gottes verwerfen: „Ein Mann unter euch, der zuvor verwöhnt und in Üppigkeit gelebt hat, wird seinem Bruder und der Frau in seinen Armen und dem Sohn, der noch übrig ist von seinen Söhnen, nichts gönnen von dem Fleisch seiner Söhne, das er isst, weil ihm nichts übrig geblieben ist von allem Gut in der Angst und Not, mit der dich dein Feind bedrängen wird in allen deinen Städten“ (5. Mose 28,54-55).

Durch Hungersnot ausgelöster Kannibalismus ist Ausdruck der niedersten Verderbtheit, die eine Gesellschaft heimsuchen kann. Leider sind solche Szenen geschichtlich belegt, und die Symbolik des schwarzen Pferdes wirft einen ähnlichen Schatten auf unsere Zukunft voraus.

Der Mensch ist zum Überleben auf Nahrung und Wasser angewiesen. Letztendlich sind wir für alles von dem Schöpfergott abhängig. Warum soll Gott, wenn der Mensch auf seinem selbstzerstörerischen Pfad beharrt und weiterhin die Umwelt zerstört, eingreifen, um das Schlimmste zu verhindern?

Es bleibt noch ein apokalyptischer Reiter übrig, dessen symbolische Bedeutung wir im nächsten Kapitel behandeln. In seiner Prophezeiung auf dem Ölberg (Matthäus 24, Markus 13 und Lukas 21) gab Jesus uns den übergeordneten prophetischen Rahmen, der uns die Symbolik der apokalyptischen Reiter verstehen lässt.

Als Jesu Jünger ihn nach den Zeichen seiner Wiederkehr fragten, beschrieb er eine Zeit des Schreckens, die in der Menschheitsgeschichte ohne Beispiel sein und die die Existenz des Menschengeschlechts bedrohen wird. Erst dann, wenn das Überleben der Menschheit auf dem Spiel steht, greift Gott durch die Rückkehr seines Sohnes in menschliche Angelegenheiten ein, und zwar „um der Auserwählten willen“ (Matthäus 24,22).

In der neuen Gesellschaftsordnung, die Jesus bei seiner Wiederkehr einführt, wird der Mensch den Segen kennenlernen, den die Lebensweise der Liebe hervorbringt – Liebe zu Gott und Liebe zum Nächsten. In der Welt von morgen wird der Hunger gebannt, wie der Prophet Amos es voraussagte: „Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, dass man zugleich ackern und ernten, zugleich keltern und säen wird. Und die Berge werden von süßem Wein triefen, und alle Hügel werden fruchtbar sein“ (Amos 9,13).

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