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Das verworfene Paradies

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Das verworfene Paradies

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Warum lehren die großen Konfessionen heute nicht die prophetische Botschaft der Bibel über die wunderbare Zukunft, die Gott für uns Menschen vorgesehen hat? Wie wir gesehen haben, beschreibt die Bibel die herrliche Zeit, wenn Jesus Christus zur Erde wiederkehrt und alle Menschen die Gelegenheit bekommen, die Bestimmung ihres Lebens zu erfüllen.

Ist das irdische Paradies der Zukunft – sozusagen „der Himmel auf Erden“ – in der Bibel so schwer zu verstehen? Was ist der Grund, warum das heutige Christentum dieses Thema weitgehend ignoriert?

Das Problem hat nicht damit zu tun, dass diese Erkenntnis nicht zu entdecken wäre. Stattdessen geht es um Erkenntnis, die das Christentum unserer Zeit verworfen hat. Es geht nicht darum, dass man sie nur schwer verstehen kann. Es geht eher darum, dass bekennende Christen heute nicht mehr wissen, was der Kern der Botschaft Jesu Christi war. Es ist eine Botschaft, die in den letzten 19 Jahrhunderten in Vergessenheit geraten ist.

Die vergessene Botschaft Jesu Christi

Was ist das Hauptthema der Botschaft Jesu gewesen? Die Antwort mancher Menschen auf diese Frage wäre wohl dieselbe wie die des Norddeutschen Rundfunks in seiner dreizehnteiligen Sendereihe mit dem Titel „2000 Jahre Christentum“. Darin wurde Jesus als jüdischer Wanderprediger bezeichnet, der der Welt eine Botschaft der Liebe brachte.

Es stimmt: Jesus sprach oft über die Liebe: die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten. In den vier Evangelien des Neuen Testamentes – Matthäus, Markus, Lukas und Johannes – fordert Jesus seine Nachfolger mehr als 30-mal auf, Gott und ihre Mitmenschen zu lieben. Es überrascht daher nicht, wenn man meint, Liebe sei das Hauptthema der Botschaft Jesu gewesen.

Entgegen dieser weitverbreiteten Meinung war Liebe aber nicht das Hauptthema in den Reden Jesu Christi! Jesus selbst zeigt uns, was der Kern seiner Botschaft war. Als er anfing, öffentlich zu predigen, sagte er nämlich: „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ (Markus 1,15).

Das Reich Gottes als Motiv zieht sich wie ein roter Faden durch die Reden und Gespräche Jesu Christi. Das Bibellexikon Zondervan Pictorial Encyclopedia of the Bible stellt dazu Folgendes fest: „Das Wort ,Reich‘ kommt 55-mal bei Matthäus, 20-mal bei Markus, 46-mal bei Lukas und 5-mal bei Johannes vor. Berücksichtigt man dabei die Benutzung dieses Wortes für weltliche Königtümer und für die Parallelstellen mit gleichem Inhalt, wird der Ausdruck ,Reich Gottes‘ mit verwandten Bezeichnungen wie ,Himmelreich‘ bzw. ,sein Reich‘ ca. 80-mal benutzt“ (Band III, Zondervan Verlag, 1976, Seite 804).

Mit anderen Worten: Jesus sprach fast dreimal so oft über das Reich Gottes wie über die Liebe! „Diese Statistiken zeugen von der großen Wichtigkeit des Konzepts in der Lehre Jesu … Es kann daher kaum angezweifelt werden, dass der Ausdruck ,Reich Gottes‘ das Hauptthema seiner Lehre darstellt“ (ebenda, Seite 804).

In Matthäus 19, Vers 16 wurde Jesus gefragt, was man tun muss, um das ewige Leben zu erlangen: „Und siehe, einer trat zu ihm und fragte: Meister, was soll ich Gutes tun, damit ich das ewige Leben habe?“ Der Fragesteller, ein reicher Mann, war mit Jesu Antwort nicht zufrieden; er war anscheinend nicht willens, das zu tun, was Jesus ihm sagte. Daraufhin sprach Jesus: „Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme“ (Vers 24).

Ewiges Leben zu haben bedeutet also, in das Reich Gottes zu kommen. Jesus setzte das Erlangen des ewigen Lebens dem Eintreten in das Reich Gottes gleich. Wer nicht in das Reich Gottes kommt, erlangt folglich auch nicht das ewige Leben. Das Reich Gottes war für Jesus so wichtig, dass er in der Bergpredigt seine Nachfolger ermahnt hat, das Reich Gottes als oberstes Lebensziel zu sehen: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit“ (Matthäus 6,33).

Was ist das Reich Gottes?

Was meinte Jesus, als er vom Reich Gottes predigte? Ist das Christentum der heutigen Zeit das Reich Gottes auf Erden? Oder ist das Reich Gottes nur in einer großen Kirche vertreten? Oder ist das Reich Gottes, wie einige meinen, im Herzen gläubiger Menschen zu finden?

Diese verschiedenen Auslegungen über das Reich Gottes sind weit verbreitet. Im Wörterbuch wird das Wort Reich als Imperium oder Staat definiert. Ein Reich umfasst daher verschiedene Elemente: 1. ein Staats- oder Regierungsoberhaupt, 2. Untertanen und 3. ein Hoheitssgebiet.

Wer ist das Staats — bzw. Regierungsoberhaupt des Reiches Gottes? Jesus Chris tus wurde geboren, um ein König zu sein: „Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben“ (Lukas 1,31-33). Am Tag seines Todes bestätigte Jesus diese Bestimmung seines Lebens: „Da fragte ihn Pilatus: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König“ (Johannes 18,37).

Ca. 60 Jahre nach Jesu Tod bestätigte der Apostel Johannes, dass Jesus als Kö- nig ein zweites Mal kommen wird: „Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit … und trägt einen Namen geschrieben auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte: König aller Könige und Herr aller Herren“ (Offenbarung 19,11. 16).

Wer sind die Untertanen im Reich Gottes? Dazu lesen wir in Offenbarung 11, Verse 15-17: „Und der siebente Engel blies seine Posaune; und es erhoben sich große Stimmen im Himmel, die sprachen: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und die vierundzwanzig Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen saßen, fielen nieder auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Wir danken dir, Herr, allmächtiger Gott, der du bist und der du warst, dass du an dich genommen hast deine große Macht und herrschest!“

Jesus wird herrschen. Worüber wird er herrschen? In einer Vision durfte der Prophet Daniel die Antwort auf diese Frage erfahren: „Ich sah in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn und gelangte zu dem, der uralt war, und wurde vor ihn gebracht. Der gab ihm Macht, Ehre und Reich, dass ihm alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten. Seine Macht ist ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende“ (Daniel 7,13-14). Das Reich Gottes ist für alle Menschen bestimmt, ganz gleich welcher Nationalität sie sind oder welche Hautfarbe sie haben.

Ein anderes Evangelium wird gepredigt

Diese Bibelstellen, die das Reich Gottes beschreiben, sind mehrere tausend Jahre Teil der Heiligen Schrift. Man braucht keinen hohen Intelligenzquotienten, um sie zu verstehen. Diverse Aspekte der in diesen Versen beschriebenen Ereignisse sind in geistlichen Liedern und auch in der weltlichen Literatur als Motive benutzt worden. Man kann nicht behaupten, dass sie völlig unbekannt seien oder nicht zu verstehen wären.

Warum lehrt dann das heutige Christentum nicht das wahre Evangelium Jesu über das kommende Reich Gottes, das bei der Rückkehr Christi hier auf der Erde errichtet wird? Es scheint unglaublich zu sein, ist aber dennoch wahr: Das ursprüngliche Evangelium Jesu vom kommenden Reich Gottes, dem wahrhaftigen Paradies auf der Erde, wurde verfälscht!

Es dauerte nicht lange nach der Gründung der neutestamentlichen Kirche, bis ein abgewandeltes Christentum mit einem anderen Evangelium zu einer großen religiösen Bewegung wurde. Dazu gehörte die Abkehr von dem Reich Gottes, das Jesus bei seiner Rückkehr errichten wird. Diese Abkehr war zum Teil eine Folge der Annäherung zwischen dem römischen Staat und der Kirche des späteren Christentums. Die Annäherung zwischen Staat und Kirche bedeutete die Einstellung der staatlichen Christenverfolgung.

Dabei gewann der Gedanke an die scheinbare Permanenz der Kirche als Institution an Bedeutung. Es galt, die Institution Kirche zu verteidigen. Der Kirchenlehrer Augustinus vertrat als Erster die Auffassung, die Kirche als empirisches Gebilde sei das Reich Gottes, das bereits mit Jesu erstem Erscheinen auf der Erde begonnen habe. Dazu schreibt die Schaff-Herzog Encyclopedia of Religious Knowledge : „In einem früheren Zeitalter wurde dieses Reich mit der Kirche identifiziert. Die Römisch-Katholischen sahen darin die sichtbare Kirche, die von einem sichtbaren Repräsentanten Christi regiert wurde“ (Band II, New York, Seite 1246).

Mit dieser augustinischen Lehre wurde die Notwendigkeit einer Rückkehr Christi zur Erde, wie in der Bibel klar beschrieben, quasi aufgehoben. Dazu der Historiker Edward Gibbon: „Als der große, stattliche Bau der [römischen] Kirche fast fertig war, wurde … die Lehre über die Herrschaft Christi auf der Erde … als absurde Erfindung der Ketzer und Fanatiker verworfen“ ( Verfall und Untergang des Römischen Reiches , Seite 234).

Nach der Reformation nahmen die Protestanten eine gegensätzliche Haltung zur Behauptung der katholischen Kirche ein, sie sei das Reich Gottes. Die Schaff-Herzog Encyclopedia beschreibt die neue protestantische Auslegung wie folgt: „Die Protestanten, mit einer idealistischen Sichtweise, sahen es [das Reich Gottes] als die christliche Errettung [das Heil].“ So wurde das Reich Gottes nicht der Kirche, sondern dem Heil gleichgesetzt. Nahm man Jesus an, so war man bereits gerettet. Wer gerettet ist, ist bereits Teil des Reiches Gottes. Die Gesamtheit aller Geretteten sei also das Reich Gottes.

Wer Erkenntnis verwirft, wird selbst verworfen

Biblische Gelehrte haben mehr als 300 Prophezeiungen zum ersten Kommen Christi allein in den alttestamentlichen Propheten wie Jesaja, Jeremia, Hesekiel usw. gefunden. Wie können die Kirchen über diese mehr als 300 Prophezeiungen predigen, die Hunderten von Prophezeiungen hingegen ignorieren, die Jesu zweites Kommen und das Etablieren des Reiches Gottes auf Erden beschreiben?

Wie können diejenigen, die lehren, das Reich Gottes sei jetzt hier, die folgende Prophezeiung in Jesaja ignorieren: „Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander treiben“ (Jesaja 11,6)? In unserer Welt werden Kinder, die Löwen treiben, von den Löwen gefressen. Lämmer, die bei Wölfen wohnen, werden zu Wolfsfutter, und Kinder, die in der Nähe giftiger Schlangen spielen, werden von den Schlangen gebissen und sterben an den Folgen – im Gegensatz zu der Prophezeiung Jesajas (Vers 8).

Das Reich Gottes existiert noch nicht auf dieser Erde! Unsere Bestimmung, ewiges Leben als Kinder Gottes in seiner Familie zu erlangen, ist mit dem Kommen des Reiches Gottes untrennbar verknüpft. Deshalb gilt Jesu eindringliche Ermahnung auch uns: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen“ (Matthäus 6,33).

Gott inspirierte den Propheten Hosea zu schreiben: „Mein Volk ist dahin, weil es ohne Erkenntnis ist. Denn du hast die Erkenntnis verworfen; darum will ich dich auch verwerfen “ (Hosea 4,6). In diesem Vers erkennen wir ein wichtiges Prinzip. Gott verwirft uns, wenn wir nicht die Bereitschaft aufbringen, seine Erkenntnis zu beherzigen. Das ist sein Urteil über alle, die die klaren Aussagen der Bibel über das Reich Gottes verwerfen.

Möge der Gott des Friedens Ihnen ein williges Herz schenken, dass Sie seine Ermahnung annehmen, sich seinem Willen unterordnen und durch Jesus Christus die unglaubliche und wunderbare Gabe des ewigen Lebens als sein Kind erlangen können.